Plattform Ticker

Aktuelle Meldungen und Kommentare zur Plattform-Ökonomie

Hier beobachten wir für Sie die Entwicklungen rund um Plattform-Geschäftsmodelle und teilen mit Ihnen unsere Einschätzung dazu. Wollen Sie auf dem Laufenden bleiben, dann abonnieren Sie gerne unseren Newsletter. Haben Sie Fragen, Anmerkungen oder eine andere Sicht auf die Dinge, dann freuen wir uns auf den Austausch mit Ihnen über info@thefutureofplatforms.com.

Plattform für kleinere Kinos: Kunden digital erreichen

13.11.20 / Ralf Holl nennt es „eine Art Amazon für Kinobetreiber“. Ziel des Vorstandschefs der Genossenschaft Kinomarkt Deutschland ist es, eine Online-Plattform für kleinere und mittelständische Kinobetreiber aufzubauen, die das Kassensystem, die Webseite und den Vertrieb von Tickets sowie Merchandise-Artikeln vereint. Das Kino habe bisher seine Kundschaft digital nicht erreicht, erklärte der Betreiber eines Lichtspielhauses in Nastätten im Rhein-Lahn-Kreis. Zwar würden bereits seit Jahren Online-Tickets verkauft, allerdings über externe Dienstleister.. … (Quelle: www.sueddeutsche.de)

Ein sehr interessantes Beispiel für das Entstehen eine Plattform, das gleich mehrere Aspekte des Plattform Designs aufzeigt.
Wo können Plattformen entstehen? In Nischen, in fragmentierten Märkten, in Ökosystemen, in denen die Akteure noch nicht optimal miteinander interagieren.
Was brauchen Plattformen, um angenommen zu werden? Eine Verbesserung der Consumer Experience und der Producer Experience, so dass die Nutzung der Plattform eine deutliche Verbesserung für die Akteure auf beiden Seiten bedeutet. Der Blick alleine auf den Konsumenten führt zum Scheitern.
Wie kann Machtkonzentration von Plattformen vermieden werden? Mit dem Modell einer Genossenschaft als Betreiber der Plattform, die die Akteure auf der Plattform gleichzeitig am Ertrag und der Ausrichtung der Plattform beteiligen.
Mehr zum „Platform Cooperativism“, also der Verbindung von Plattformen und Genossenschaften finden Sie u.a. hier.
Und wenn Sie Ihren Markt erforschen möchten zu den möglichen Potenzialen eines Plattform-Geschäftsmodells, bieten wir Ihnen unser Plattform Assessment „Chancen & Positionierung“ an (für KMUs förderungsfähig).


Digitale Identitäten helfen das Potenzial von Smart Cities auszuschöpfen

27.10.20 / Im heutigen digitalen Ökosystem hat jeder Mensch und jedes Ding eine digitale Identität. In einer Smart City gewinnen diese Identitäten zusätzlich an Gewicht, denn sie ermöglichen Systemen, Diensten und Anwendungen zu wissen, mit wem sie interagieren. (…) All diese Dienste erfordern digitale Identitäten, um sicherzustellen, dass die Nutzer nur auf diejenigen Daten zugreifen können, worauf sie wirklich Zugriff haben sollen. In solch einem System dürfen persönliche Daten nur mit Zustimmung des Nutzers und im Rahmen der nationalen Regeln und Vorschriften weitergegeben werden. … (Quelle: www.industry-of-things.de)

„Trust Building“ ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für Plattformen. Wenn Plattformen es ermöglichen, dass die Transaktionen in einem Ökosystem künftig mittels digitaler Identitäten vertrauenswürdig abgeschlossen werden können, kann dies einen echten „Pull“-Effekt auslösen.
steigert das die Attraktivität der Plattformen. Neben der Sicherheit erhöht sich die Usability. Dies gilt gerade für Smart Cities, die vom Zusammenspiel der unterschiedlichsten Plattformen geprägt sein werden: Gesundheitswesen, digitale Behördendienste, Notfallwarnsysteme, Informationen zur Luftqualität, intelligentes Parken, das Laden von Elektroautos, sowie Dienste der Shared Economy. 
Daher beschäftigt sich unser Blog auch mit dem Thema „Digitale Identität“ – auf den ersten Blick fehlt die Verbindung zu Plattformen, auf den zweiten Blick aber, etwa bei Smart Cities, wird es offensichtlich, dass Identitäten sehr bald der Katalysator für das Zusammenspiel von Plattformen sein werden.


Worker co-ops featured in European report on new tech and digitisation

14.10.20 / The report pays particular attention to technology co-ops and platform co-ops. It notes that platform co-ops that operate in utilities, energy, finance or transport are disrupting markets by providing “interesting social and economic value propositions to users”. Platform co-ops that are owned, governed and controlled by workers also play a key role in empowering vulnerable people undertaking routine occupations, adds the report. … (Quelle: www.thenews.coop)

Platform Cooperatives, also die Verbindung von Plattform-Geschäftsmodellen mit einer Genossenschaft als Eigentümerstruktur, sind eine sehr gelungene Antwort auf die Monopolisierungstendenzen von Plattformen und auf die völlige Verkehrung der „Sharing Economy“. (Eine gute Darstellung hier von Trebor Scholz, „Uberworked and Underpaid: How Workers Are Disrupting the Digital Economy.“
Um so wichtiger, dass die EU diese Unternehmensformen explizit erwähnt, wenn sie über die sozialen und ökonomischen Herausforderungen in Verbindung mit Arbeitslosigkeit, Armut und fehlender sozialer Teilhabe schreibt und die Bedeutung von unternehmerischem Handeln und sozialer Innovation hervorhebt.
Sprechen Sie uns gerne an zu einem Impulsvortrag zu Platform Cooperatives: „Who Owns the World?“.


my.ID-Plattform der ID eG: Innovatives Datenmanagement durch eigene digitale Identität

14.10.20 / Die ID eG, ein genossenschaftlich organisierter IT-Systemdienstleister, hat mit der my.ID-Plattform eine Lösung geschaffen, die den Menschen ins Zentrum des digitalen Austauschs stellt und alle Geschäfte professionell absichert. Damit adressiert die Genossenschaft Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen. (…) „Über die my.ID Plattform werden beispielsweise Beratungen vollständig digital und rechtssicher abgewickelt und somit effizienter und schneller. Mit immer aktuellen Daten erfolgen über digitale Strecken Beratung und Vertragsabschluss umfassend geschützt in Sekundenschnelle.“ … (Quelle: www.ecin.de)

Der Ansatz einer ID-Plattform wird leichter verständlich, wenn wir ID-Producer und ID-Consumer identifizieren. Jede natürliche Person ist im Falle der my.ID-Plattform ein „Produzent“ einer Identität. Die „Konsumenten“ der Identitäten sind Finanzberater, Rechtsanwälte, Steuerberater, Behörden und Ämter, die für Vertragsabschlüsse und Rechtsvorfälle und amtliche Vorgänge die Identität im digitalen Raum nutzen können. Ein klassisches Plattform-Modell also, das zudem das Potenzial hat, sich in andere Ökosysteme auszudehnen: E-Commerce, Mobilität und vieles mehr.
Eigentlich wären Banken prädestiniert dafür, in diesem System eine führende Rolle zu spielen. Haben sie doch schließlich die Legitimationen aller ihrer Kunden bei der Kontoeröffnung überprüft und hinterlegt. Doch ähnlich wie beim Zahlungsverkehr scheinen sich auch im Bereich der digitalen Identitäten nun andere Spieler mit intelligenten Lösungen in im ID-Ökosystem zu positionieren. Einen weiterführenden Artikel zu diesem Thema finden Sie hier in unserem Blog.


Conrad Sourcing Platform: Die 6 Millionen sind geknackt!

08.10.20 / Mit seiner digitalen Plattform für technischen Betriebsbedarf hat Conrad Electronic ein umfassendes B2B-Ökosystem geschaffen, mit dem Beschaffung einfach, schnell und umfassend funktioniert. Aktuell hat die Conrad Sourcing Platform die 6-Millionen-Grenze im Sortiment geknackt und bietet damit ihren Kunden ein gleichermaßen breites wie tiefes Produktangebot in den Bereichen Technik und Elektronik aus einer Hand. Die Maßgabe: Effizientes One-Stop-Shopping für die Deckung des gesamten technischen Betriebsbedarfs – inklusive passgenauer Serviceleistungen. … (Quelle: www.computerwoche.de)

Bei der Betrachtung von Plattform-Geschäftsmodellen stehen meist B2C-Plattformen im Mittelpunkt, von Apple bis Uber, von Amazon bis Zalando. Den nächsten großen Umbruch sehen wir aber bei der Plattformökonomie als Zukunftsmodell des B2B-Markts – gerade für den deutschen Mittelstand hoch relevant. Und Conrad Electronics liefert hierzu ein schönes Beispiel.
Conrad besetzt damit weiterhin den direkten Kundenkontakt bis hin zu einer „Conrad Community“. Im Gegenzug kommt die Konkurrenz auf die Plattform und wird damit zum Lieferanten. Damit positioniert sich Conrad neu in der Wertschöpfung und hat nun auf zwei Seiten Akteure zu bedienen, zur Customer Experience kommt die Supplier Experience. Für die Customer das One-Stop-Shopping und für die Supplier u.a die hochwertige Datenqualität in der Produktbeschreibung.
Erfolgskritisch auf dem Weg zur Plattform ist eben genau dieses Verständnis des zweiseitigen Geschäftsmodells. Hier finden Sie dazu unsere Klärung der Begriffe „Marktplatz – Plattform – Ökosystem“.


Viral Effects Are Not Network Effects

07.10.20 / Virality and network effects are conflated by even experienced Founders, and it keeps them from having the right strategies and developing world-class products. Viral effects and network effects are two completely different things. Viral effects are about growth of new users. Viral effects are when you get your existing customers to get you more new customers, ideally for free. … (Quelle: www.nfx.com)

Netzwerk-Effekte sind der Schlüssel für erfolgreiche Plattform-Geschäftsmodelle. Um so wichtiger ist es, diese in ihren unterschiedlichen Ausprägungen zu verstehen. Das Entscheidende ist, dass durch Netzwerk-Effekte der Wert der Plattform für alle Akteure steigt.
Virale Effekte hingegen unterstützen die Kundenakquise, sind also geeignet, um auf sehr günstige organische Weise das Wachstum im Markt zu beschleunigen – bei sehr niedrigen Customer Acquisition Costs. Virale Effekte haben aber keinen Einfluss auf das Produkt selbst und dessen eigentlichen Wert, sie daher sind dem Marketing und Vertrieb zuzuordnen und in der Regel einmalige Effekte.
Ganz anders bei den Netzwerk-Effekten: Sie erhöhen den Wert der Plattform selbst und können dadurch wie ein Magnet wirken, bis hin zur Monopolisierung. Zur Veranschaulichung: ein digitaler Marktplatz wie Amazon wird durch jeden zusätzlichen Händler wertvoller für die Käufer und durch jeden zusätzlichen Käufer wertvoller für die Händler. Gleiches gilt z.B. für Social Media Plattformen. Wenn also der Netzwerk-Effekt in Gang gesetzt werden kann, beschleunigt er sich quasi von alleine wie ein „Fly Wheel“, ein Schwungrad.
Wir betrachten mögliche Netzwerk-Effekte daher als kritischen Erfolgsfaktor bereits in unserem Plattform Assessment „Opportunities“.


Digitale Knechtschaft: „Brauchen Durchbruch bei der Plattform-Regulierung“

03.10.2020 / Auf dem Europäischen Datengipfel waren sich fast alle einig, die Macht der US-Internetriesen durch einen schärferen kartellrechtlichen Ansatz einzuhegen. In der Debatte über den Umgang mit Google, Apple, Facebook und Amazon sind Samthandschuhe nicht mehr gefragt. „Wir brauchen jetzt den Durchbruch bei der Plattform-Regulierung“, betonte Rupprecht Podszun, Direktor des Instituts für Kartellrecht an der Universität Düsseldorf, im Rahmen des am Freitag zu Ende gegangenen Europäischen Datengipfel 2020 in Berlin. Sonst sei die Macht der US-Techkonzerne endgültig zementiert. … (Quelle: www.heise.de)

Interessant ist, dass hier als Beispiel für „Abhängigkeit von den Großen am Markt“ die DAX-Unternehmen Telekom und SAP genannt werden, die bei der Entwicklung der Corona-Warn-App von den Schnittstellen von Apple und Google abhängig waren. Sicher richtig. Doch im Bereich der digitalen Identität, den man mit den Mechanismen der dezentralen verschlüsselten Datenhaltung der Corona-App hervorragend hätte verbinden können, formiert sich gerade erst ein Standard. So hätte die Krise einen Einstieg in eine europäische Lösung der digitalen Identität eröffnen können. Und eine erste Anwendung der Datensouveränität, die im Falle der Corona-App zurecht von Experte angemahnt und dann auch umgesetzt wurde. Die konzeptionellen Überlegungen, etwa der International Data Spaces Association, sind hier schon weit vorangeschritten.


Wieso es höchste Zeit ist, dass die B2B-Welt auf Plattformen setzt

13.09.2020 / Die unglaubliche Marktmacht der Plattformökonomie bringt der folgende Wert gut auf den Punkt: 4,5 Billionen Euro – so hoch ist die Marktkapitalisierung alleine der fünf größten Plattformunternehmen weltweit. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2019 lag dagegen „nur“ bei 3,44 Billionen Euro. Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft gehören heute zu den weltweit wertvollsten Unternehmen. Die Plattformökonomie – mit ihren vielen, auf digitalen Netzwerken basierenden Geschäftsmodellen – hat einen beispiellosen, ökonomischen Siegeszug hingelegt und damit unserem Alltag ihren Stempel aufgedrückt. Und das innerhalb kürzester Zeit: Heute kaum noch vorstellbar, sind viele von uns noch in einer Welt ganz ohne digitale Plattformen aufgewachsen. Und nicht nur das: Der Ausbau des Internets zu einem globalen Medium begann gerade mal vor rund 30 Jahren.. … (Quelle: www.konii.de)

Beim Trend zu Plattformen in der Immobilienwirtschaft denken wir meist zuerst an die Vermittlungsplattformen zur Baufinanzierung oder Handwerkerportale oder Concierge-Services.
Die Lösung der Aareal Bank Gruppe, die die Zahlungsabläufe von Wohnungsunternehmen, Zahlungsdiensten und Mietern in einem stringenten Prozess zusammenbringt, ist nun allerdings ein schönes Beispiel dafür, wie sich „Platform Opportunities“ entwickeln lassen. Welche Interaktionen im Ökosystem bergen das Potenzial, sich für alle Beteiligten verbessern zu lassen? Um dann dort mit einer Kern-Transaktion, im Artikel ist es „Barzahlen“, zu beginnen. Erst dann gilt es, mit einer Wachstumsstrategie die nächsten Schritte zu eröffnen. Und dabei kommt ein weiteres Prinzip des Plattform Designs zum Tragen: „Recognize the potential that grows at the Edge!“ Nichts anderes sind Payment-Lösungen auf einer Plattform zur Immobilienwirtschaft.


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